Wem erzähle ich von der HIV Infektion?

Wie gehe ich mit der Infektion im Erwerbsleben um?

Eine HIV-Infektion bedeutet noch lange nicht, nicht mehr arbeiten gehen zu können. So sind etwa zweidrittel der in Deutschland lebenden HIV-positiven Menschen erwerbstätig.
Auch vor der Ansteckungsgefahr muss man keine Angst haben, da es sich bei HIV um ein relativ schwer übertragbares Virus handelt. Die üblichen Vorschriften zum Schutz vor Verletzungen und zur Hygiene am Arbeitsplatz sind somit ausreichend um sich und andere vor einer Infektion zu schützen.

Wichtig und entlastend für viele HIV-Positive ist die Tatsache, dass diese nicht verpflichtet sind ihrem Arbeitgeber von der Infektion zu erzählen. Auch dann nicht, wenn Sie danach gefragt werden. Jedoch gibt es hier ein paar seltene Ausnahmen, beispielsweise bei Tätigkeiten in deren Rahmen man in Länder fliegt, in denen Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV vorliegen.

Auch sollte man sich nicht abschrecken lassen, wenn für manche Tätigkeiten ein Gesundheitszeugnis erforderlich ist. Trotz des Namens handelt es sich hierbei nicht um eine ärztliche Untersuchung, sondern um eine Belehrung, bei welcher man im Gesundheitsamt über die üblichen Hygienemaßnahmen in dem jeweiligen Arbeitsbereich aufgeklärt wird.

Ebenso wie im Privatleben kommt möglicherweise im Beruf die Frage auf, ob man seinen Kollegen/Kolleginnen von der Infektion erzählen soll. Hier kann nicht pauschal gesagt werden, wie damit umgegangen wird. Ob man von der Infektion erzählen möchte, sollte man sich jedoch gut überlegen, da dies zwar von den Kollegen/Kolleginnen gut aufgenommen werden kann, möglicherweise aber auch zu Ausgrenzung und Mobbing führt.

Wie gehe ich mit der Infektion gegenüber Freunden und Angehörigen um?

Bei diesen Menschen handelt es sich um wichtige Personen im eigenen Leben, mit welchen man über Probleme spricht. Aber auch hier kann es einem schwer fallen, offen mit der Infektion umzugehen, aus Angst dadurch Freunde und Familienmitglieder zu verlieren. Erzählt man nahestehenden Personen von der HIV-Infektion, so machen diese sich häufig Gedanken über den Gesundheitszustand des Betroffenen/der Betroffenen und Ansteckungsmöglichkeiten. Es ist deshalb sinnvoll, sich selbst und nahestehende Personen über Themen in Zusammenhang mit der Infektion zu informieren.  Hierbei können einen ebenfalls Hilfs- und Beratungsangebote unterstützen.

Wie gehe ich mit der Infektion in meiner Partnerschaft um?

Die Information HIV-positiv zu sein wird oft als tiefer Einschnitt ins Leben empfunden und wirft möglicherweise Fragen und Ängste auf.
Wie beispielsweise, ob und wann man jemandem von der Infektion erzählen soll.
Auch wenn es entlastend sein kann, von der Infektion zu erzählen, so ist dies doch oft mit Angst vor der Reaktion seiner Mitmenschen verbunden.

Der Partner/die Partnerin ist in der Regel die erste Person bei welcher man überlegt ob und wie man von der Infektion erzählen möchte, da es sich dabei um wichtige Menschen handelt, die einem im Alltag begleiten. Die Befürchtung wegen der Infektion abgelehnt und zurück gewiesen zu werden ist verständlich. Es ist jedoch auch wichtig sich bewusst zu sein, diesem wichtigen Menschen und seiner Gesundheit gegenüber eine Verantwortung zu haben.
Erzählt man seinem Partner/seiner Partnerin von der Infektion, kann gemeinsam überlegt werden, wie in der Beziehung mit HIV umgegangen werden soll. Hierbei ist man nicht auf sich gestellt, sondern kann Hilfe- und Beratungsangebote aufsuchen, die einen unterstützen.    

Wie gehe ich mit der Infektion gegenüber SexualpartnerInnen um?

Hier kann ebenfalls die Frage aufkommen, ob man von der Infektion erzählen soll oder sogar muss.

Zunächst ist zu sagen, dass es keine gesetzliche Regelung gibt, die einen verpflichtet seinem Sexpartner/Sexpartnerin von der HIV-Infektion zu erzählen.
Erzählt man nicht von der Infektion und verzichtet – ohne dies gemeinsam abzusprechen – auf Schutzmaßnahmen (Safer-Sex), so kann man jedoch wegen gefährlicher Körperverletzung belangt werden.
Dies gilt auch dann, wenn man den Partner/die Partnerin bei dem Kontakt nicht mit HIV infiziert (versuchte gefährliche Körperverletzung). Man sollte daher Safer-Sex praktizieren, um sich selbst und seinen Partner/seine Partnerin zu schützen.