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Unsere BeratungsangeboteVerwaiste Eltern - wenn Eltern ein Kind verlieren![]() Eltern, die ein Kind durch eine tödlich verlaufende Erkrankung, durch einen Unfall oder durch ein anderes tragisches Ereignis verlieren, erleben eine tiefe Erschütterung und Krise. Wenn ein älterer Mensch stirbt, so kann man auf die gemeinsam erlebte Vergangenheit zurückblicken. Wennn ein Kind stirbt, stirbt auch eine Hoffnung auf Zukunft. Das macht es besonders schwer für die Eltern. In seltenen Fällen stellt sich auch bei der Geburt heraus, dass ein Kind nicht lebensfähig ist. Wenn in einem solchen Moment alle Hoffnungen und alle Trauer zusammenkommen ist dies meist ein schwerer Schock für die betroffenen Eltern. "Warum ich???? - Warum wir???" - diese Frage ist im eigentlichen Sinn nicht zu beantworten. Es ist aber ein Ausdruck dafür, dass im Leben vieles nicht mehr so ist, wie es zuvor war. Es ist normal, dass ein Erwachsener. wie lebenstüchtig er auch sonst sein mag, starke Trauer und Erschütterung verspürt , wenn er ein Kind verliert. Die Trauer ist eine Kraft - und man sollte nicht versuchen sie abzustellen oder zu beschwichtigen. Trauer ist die Reaktion der Seele auf einen Verlust, genauso wie Freude die Reaktion auf eine Bestätigung oder ein schönes Erlebnis ist. Gleichwohl haben Betroffene oft den Eindruck es sei kaum auszuhalten, können an nichts anderes mehr denken usw. Dies ist u.a. auch als eine starke Stressreaktion des Gehirns zu erklären, die dem Überleben dient. Allerdings kann es sein, dass sich die Trauerreaktionen von Frauen und Männern unterscheiden, und es kann daher zu zusätzlichen Belastungen in der Ehe führen. Hinzu kommt, dass viele Menschen in der Verwandtschaft und in der Nachbarschaft, aber auch unter Kollegen selber sehr verunsichert sind und nicht recht wissen, wie Sie mit den Eltern umgehen können. Aus Unsicherheit wird oftmals ein zu großer Abstand gehalten. Hilfreich ist es eher zu zeigen, dass man (ggf. auch still) mitfühlt und mitträgt. Es sind oft die kleinen Zeichen, die helfen: ein Händedruck, ein Blick, eine Umarmung, eine Blume, eine Kerze, ein gemeinsamer Spaziergang, eien Grabgestaltung, ein Musikstück, ein Tagebuch, ein Brief.....oder einfach auch eine gemeinsame Arbeit. Viele Menschen sind unsicher, weil sie meinen es wäre wichtig "das Richtige" zu sagen .Es kommt gar nicht darauf an, "das Richtige" zu sagen. Es reicht oftmals zu zeigen: "Soweit es mir möglich ist, fühle ich mit dir." Es ist wichtig, der Trauer eine Heimat zu geben. Früher war Kindersterblichkeit auch in unseren Breiten eine normale Erfahrung. heute ist dies aufgrund des medizinischen, sozialen und materiellen Fortschritts selten geworden. Was man in unserer Geselschaft jedoch gleichzeitig verlernt hat, ist wie man gemeinsam trauern kann. Jeder trauert still für sich. Kaum einmal gibt es gemeinsame Tränen und eine gemeinsame Klage. Dadurch verlagert sich die Trauer in das Innere eines Menschen, was schwerer auszuhalten ist. Andere Völker trauern gemeinsam - und das hilft dem Einzelnen. Was in unserer Gesellschaft ebenfalls selten vorkommt sind große Naturkatastrophen oder andere Ereignisse, denen viele Menschen gleichzeitig zum Opfer fallen. Wie jedoch die Flutkatastrophe in Südostasien gezeigt hat, ist das menschliche Leben an sich zerbrechlich und es kann geschehen, dass ganze Orte und Regionen zerstört werden. Der Unterschied dabei ist, dass viele Menschen zugleich betroffen sind, während der Verlust eines Kindes hier als ganz persönliches Schicksal erlebt wird. Es ist aber eigentlich in einer solchen Situation wichtig zu erfahren, dass man nicht alleine ist und dass andere Menschen Ähnliches erlebt haben. Auch kann es helfen sich zu erinnern, wie man andere Abschiede und Verluste in der Vergangenheit bereits bewältigt halt, und was man daraus für sein Leben gelernt hat. Es gilt darauf zu vertrauen, dass die Seele sich mit der Zeit erholt, und das im Angesicht des Verlustes auch deutlich wird, wie unendlich wertvoll das Leben in seinen vielen Seiten ist. Eine nicht gelebte oder eine steckengebliebene Trauer kann allerdings auch zu Depressionen führen. dann wäre es angeraten professionelle Hilfe bei Beratungsstellen oder Psychotherapeuten zu suchen. In Deutschland haben sich betroffenen Eltern zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, die auch per Internet gute Hilfen anbieten: Auch finden sich einfühlsam gestaltete Hilfen in: Es ist erstaunlich, welche Kraft Menschen entwickeln können um den Verlust eines Kindes zu verschmerzen und als ein Ereignis in ihrem gesamten Leben aufzunehmen. Die Erfahrung und die Forschung haben gezeigt, dass drei Aspekte wichtig sind um schwierige Lebenssituationen zu bewältigen und seelisch gesund zu bleiben. 1. Mit der Zeit kann ein Verständnis für das Erlebte wachsen. 2. Es ist gut die Gedanken darauf zu konzentrieren, was einem bei der Handhabung schwieriger Situationen früher geholfen hat. 3. Es hilft der belastenden Erfahrung einen Sinn oder eine Bedeutung zu geben. In einem Gedicht heißt es: Augenschein Zur Nacht hat ein Sturm alle Bäume entlaubt sieh sie an, die knöchernen Besen. Ein Narr, wer bei diesem Anblick glaubt es wäre je Sommer gewesen. Und ein grösserer Narr, wer träumt und sinnt es könnt je wieder Sommer werden. Und grad diese gläubige Narrheit, mein Kind, ist die sicherste Wahrheit auf Erden. (Ernst Ginsberg)
Johannes Böhnke Diplom-Sozialpädagoge, Köln Johannes.Boehnke at caritasnet.de
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