Kinder mit verkürzten Lebenswegen

 

Auch Kinder können unheilbare Krankheiten bekommen, die zu einer verkürzten Lebenszeit führen. Dies möchte man in unserer Gesellschaft oft nicht wahrhaben. Früher hat man selbstverständlicher mit dem Gedanken gelebt, dass auch Kinder sterben können., weil dies eine weit verbreitete Erfahrung war. Mit der verbesserten medizinischen Versorgung ist die Kindersterblichkeit heute deutlich geringer als früher. Dies führt aber auch dazu, dass man gar nicht mehr daran denkt, dass auch Kinder schwer erkranken und sterben können. In diesem Zusammenhang denkt man eher nur an alte Menschen.

Die Erfahrung einer bedrohlichen Erkrankung eines Kindes ist für alle beteiligten Familienmitglieder eine sehr schwierige Situation - denn Kinder stehen für Hoffnung auf eine bessere Zukunft. An die Stelle der Hoffnung tritt nun Sorge, Angst und Trauer angesichts einer bedrohlichen Erkrankung oder eines drohenden Todes eines Kindes. Der drohende verlust eines Kindes löst bei den meisten Erwachsenen einen Schock aus.  Eltern fragen sich "Warum?" oder "Warum gerade ich?"  Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort.

Andere Fragen können eher eine Antwort erhalten:

  • "Was kann man tun um diesen erkrankten Kindern und den Familienmitgliedern eine lebenswerte Gegenwart und eine Versöhnung mit der begrenzten Zeit zu ermöglichen?"
  • "Wie kann man ein würdevolles Leben bis zuletzt ermöglichen?"
  • "Welche Seiten des Lebens mit Kindern liegen in der eigenen Hand und was kann man auch als Eltern nicht selbst bestimmen?"

Man sollte auch bedenken, dass insbesondere kleine Kinder einen anderen Zeithorizont als Erwachsene haben. Kinder denken nicht in Jahren oder Jahrzehnten, sondern in Form der Gegenwart und nahen Zukunft - jedoch nicht mit langfristigen Zeitmaßen. Dies ist auch bei einer verkürzten Lebenserwartung wichtig. 

Es kann es sein, dass sich alle Familienmitglieder in einer solchen Lebenssituation überfordert fühlen und unter starken Stress kommen. An solchen Tagen (und Nächten) ist es wichtig, das sich Eltern und Geschwister nicht alleine fühlen, sondern sich als verstanden, geschützt und begleitet erfahren. Eine Unterstützung von verständnisvollen Personen ausserhalb der Familie ist oft hilfreich.  Neben der medizinischen Hilfe braucht es eine seelische Begleitung, gute Gespräche und auch alltagspraktische Entlastungen. Wichtig ist es auch die Geschwisterkinder nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Geschwisterkinder brauchen eigene Zuwendungen und auch ein gewisses Maß an "Normalität" im Familienalltag. Lachen und weinen können zusammengehören.

...und auch Eltern brauchen mal "Erholungspausen", in denenn Sie neu Kraft schöpfen können.

Dann kann eine solche Zeit eine bereichernde gemeinsame Zeit sein, in der eine besondere seelische Verbundenheit entsteht.

Wenn Sie Unterstützung brauchen:

Nutzen Sie die Möglichkeiten unserer Beratungsstellen, der ehrenamtlichen Hilfen für Familien oder auch der Selbsthilfegruppen von Eltern  wie z.B. www.veid.de  (verwaiste Eltern in Deutschland).

Familien die durch ein solches Lebensereigbnis in finanzielle Not kommen, können sich über die örtliche Caritas auch an die Aktion Lichtblicke www.lichtblicke.de wenden  

Gute Hilfen finden Sie auch unter www.deutscher-kinderhospizverein.de  und www.kinderhospiz-balthasar.de in Olpe.

Literaturtips:

Lytta Basset

Euer Herz sei ohne Angst

Integral Verlag

Barbara Cramer

Bist du jetzt ein Engel?

Mit Kindern über Leben und Tod reden

DGVT Verlag

Petra Hohn

Plötzlich ohne Kind

Gütersloher Verlagshaus

Gertrud Ennulat

Kinder trauern anders

Herder Verlag

Daniele Tausch-Flammer / Lis Bickel

Wenn Kinder nach dem Sterben  fragen

Ein Begleitbuch für Kinder, Eltern und Erzieher

Herder Verlag

Susann Varley

Lieb wohl lieber Dachs

Betz Verlag

Johannes Böhnke

Diplom-Sozialpädagoge Köln

Johannes.Boehnke at caritasnet.de

 

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